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Das Huainanzi [Huai-nan-tzu] - das Buch der 8 Meister von Huainan -
ist ein früher daoistischer Klassiker in der Tradition eines Lao-Tze, Chuang-Tzu, Liä Dsi und Sun Tzu und wurde vor über 2.000 Jahren von einem inneren Zirkel taoistischer Weiser am Hofe eines kleinen Fürstentums
innerhalb des ausgedehnten chinesischen Reiches der Han-Dynastie verfaßt.
Die Lehren der 8 Meister von Huainan [ca. 200 v.Chr.] über die Kunst des Regierens setzen sich
aus einer Vielzahl von Elementen auseinander, welche das Gefüge eines Staates und seiner Gesellschaft bilden; sie umfassen die Bereiche der staatlichen Organisation und der
menschlicher Beziehungen, Wirtschaft, Erziehung, Kultur, Sitten und Gebräuche, Industrie und Landwirtschaft. Ihre Empfehlungen zielen auf eine bewußte Balance zwischen der Welt
des Menschen und seiner natürlichen Umgebung. In einer gesunden Gesellschaft besteht ein Gleichgewicht und Harmonie zwischen allen Ebenen des Seins, angefangen von der Art und Weise, wie die
individuelle menschliche Ganzheit von Körper, Seele und Geist sich darstellt bis zu dem, was der Mensch durch seine Handlungen in seinem natürlichen und sozialen Umfeld erfährt.
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“Von wirklich großen Führern auf ihrem Gebiet weiß man nur, daß sie existieren. Die Nächstbesten werden geliebt und gepriesen. Die weniger Guten werden gefürchtet oder verachtet.“
Lao-Tze –
das Wissen des Meisters
– [17]
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Huai Nan Tzu I.189
Die in diesem Kapitel aufgestellten Empfehlungen für die 12 Monate waren bereits ca. 100 Jahre vorher zur Zeit der “Streitenden Reiche” bekannt und in ähnlichem Tenor von
Lü Bu Wei in seinen “Frühlings- und Herbstanalen” zusammengestellt worden.
Sie finden Auszüge hieraus auch auf unseren Webseiten.
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In den ersten Frühlingstagen [04.02. – 04.03.] dürfen keine Bäume gefällt, keine Nester gestört, keine trächtigen Tiere getötet und keine Vogeleier gestohlen werden.
Im mittleren Frühlingsmonat [05.03. -04.04.] darf aus Flüssen und Sümpfen kein Wasser entnommen werden, Teiche dürfen nicht trockengelegt und Bergwälder nicht abgebrannt werden.
Es dürfen keine größeren Arbeiten in Angriff genommen werden, die die Landwirtschaft beeinträchtigen könnten.
Im dritten Frühlingsmonat [05.04. – 04.05.] repariere die Dämme, öffne die Kanäle und reinige die Straßen. Lasse nicht zu, daß die Maulbeerbäume beschnitten werden.
Fördere die Heimarbeit und wache darüber, daß alle Handwerksarbeiten von hoher Qualität sind.
Im ersten Sommermonat [05.05.-06.06.] solltest Du keine Projekte beginnen, die Erdbewegungen mit sich bringen;
größere Bäume dürfen nicht umgeschnitten werden. Unterstütze die Arbeit auf dem Feld und verhindere, daß Tiere dem Getreide Schaden zufügen. Sammle Heilkräuter und lagere sie ein.
Im mittleren Sommermonat [07.06. – 06.07.] verbrenne keine Kohle und bleiche kein Leinen an der Sonne. Laß Dörfer und Städte offen bleiben und treibe keine Steuern und Zölle auf den Gütern ein.
Erinnere Dich der Witwen und Witwer und hilf ihnen, ihre Verluste zu überwinden. Während die Tage länger werden liegen Yin und Yang im Kampf miteinander, Leben und Tod scheiden sich.
Kultivierte Menschen regulieren dann ihre Ernährung und ihr Verhalten und achten darauf, nicht hyperaktiv zu sein. Halte Maß in Deinen sinnlichen Freuden und nehme nur leichte Speisen zu Dir.
Im späten Sommer [07.07. – 06.08.] fangen die Fischer riesige Fische und Schildkröten ein. Die Menschen widmen sich wohltätigen Aktivitäten und erweisen den Toten die Ehre,
besuchen die Kranken und kümmern sich um die Alten. Zu dieser Zeit stehen die Bäume voll im Saft und sollten daher nicht geschnitten werden.
Umfangreiche Bauarbeiten, Kundgebungen und militärische Aktionen sollten nicht unternommen werden.
Zum Herbstbeginn [07.08. – 06.09.] setzt die Ernte ein. Stelle sicher,
daß die Schutzdämme in gutem Zustand sind, sodaß Du gegen unerwartete Überschwemmungen gewappnet bist. Befestige die Stadtmauern und setze Gebäude und Häuser instand.
Die Herbstmitte [07.09. – 07.10.] ist die richtige Zeit für städtebauliche Projekte. Grabe Bewässerungsgräben und repariere die Getreidespeicher. Lagere die Ernte des Sommers ein
und säe den Weizen für den Frühling. Vereinheitliche die Maße: Eiche die Waagen, überprüfe und korrigiere Maße und Gewichte. reguliere Zölle und Märkte, erlaube es den fahrenden Händlern,
ihre Waren zum Wohle der Menschen ins Land zu bringen.
Im Spätherbst [08.10. – 07.11.] üben sich die Jäger im Umgang mit ihren Waffen, die Zeremonien zur Besänftigung der Tiere werden abgehalten.
Das Unterholz wird geschnitten und zu Holzkohle verarbeitet; Wege werden geöffnet und Landstraßen freigemacht.
Im frühen Winter [08.11. – 06.12.] ehre die Toten und besinne Dich der Waisen und Witwen.
Blicke in die Zukunft und erschaue, was vor Dir liegen mag. Lege Vorräte für den Winter an, bessere die Außenmauern aus, durchstreife die Straßen, repariere die Riegel;
paß auf die Schlüssel auf und schließe wertvolle Papiere ein. Setze die Grenzbefestigungen wieder instand und sperre die kleinen Wege.
Im tiefen Winter [07.12. -04.01.] sollten keine größeren Aushubarbeiten,
Bauarbeiten oder andere Unternehmungen vorgenommen werden, die den Einsatz vieler Arbeitskräfte erfordern.
Diebe sollten sofort festgesetzt werden und liederliche, betrügerische Künstler unverzüglich bestraft werden. Lasse Wachen in den Straßen patrouillieren, wache über Dein Haus,
verstärke die Sicherheitsvorkehrungen und widme Dich den Frauen. Zu dieser Zeit sind die Tage die Allerkürzesten. Kultivierte Menschen regulieren ihre Nahrungsaufnahme und ihr Verhalten,
ziehen sich zurück und pflegen die Stille. Enthalte Dich der sinnlichen Reize und lasse den Körper ruhen; so bringst Du Dich körperlich und geistig ins Gleichgewicht.
Im letzten Wintermonat [05.01. – 03.02.] beginnen die Fischer ihre Netze auszuwerfen, die Bauern bereiten ihre Samen vor, planen das Pflügen, reparieren die Pflugscharen,
stellen die Hacken bereit und sammeln Feuerholz. Den Bauern muß erlaubt werden zu ruhen, sie dürfen nicht zur Arbeit gezwungen werden. Die Menschen bezeugen ihren Respekt für die Berge, Wälder und Flüsse.
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dies die Empfehlungen für die Monate des Jahres aus dem Huainanzi

Das Buch über Führung und Strategie
das Kapitel I-189 “Über Staat und Gesellschaft”
Huai Nan Tzu übersetzt von Thomas Cleary

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