|
*
Dr, Yang, Jwing-Ming “The Roots of Chinese Qigong
”

Kapitel 8.1 Einführung
übersetzt von Marlies
Qigong Übende sollten wissen, wie die folgenden fünf Dinge reguliert werden: der Körper, der Atem [“xi”], ”xin” (der emotionale Geist), ”qi [chi]”
und ”shen” (Geist).
Um einen gleichmäßigen und stetigen Zufluss an Wasser-Qi zu erhalten, muss man außerdem lernen, wie die Essenz reguliert wird, aus der das Wasser-Qi
erzeugt wird. Wir behandeln diese Regulierungen hier getrennt, dürfen aber nicht vergessen, dass sie in der Praxis eng miteinander verbunden sind.
Bevor wir mit dem Kapitel fortsetzen, erläutern wir zuerst den Begriff Regulieren.
Regulieren bedeutet, ständig anzugleichen und zu verfeinern, bis das Ziel erreicht ist. Wir müssen vor allem begreifen, dass eine echte Regulierung nur geschieht,
wenn nicht bewusst reguliert werden muss. Das heißt, wenn unser Geist auf die Regulierung achten muss, haben wir das Ziel noch nicht endgültig erreicht.
Die wirkliche Regulierung geschieht auf natürliche Weise, wenn wir überhaupt nicht bewusst regulieren müssen. Es ist wie beim Autofahren.
Bevor wir das Fahren als Fertigkeit beherrschen, müssen wir zuerst das Wie lernen. Solange wir lernen ist der Geist dabei, die neuen Fertigkeiten zu regulieren.
Sobald wir die Fertigkeiten beherrschen, muss sich der bewusste Geist nicht auf den Akt des Steuerns konzentrieren und wir können fahren ohne bewusst zu steuern.
Dasselbe gilt auch für Qigong Übungen. Wenn wir die fünf Elemente unserer Übungen regulieren, richten wir anfangs unsere ganze Aufmerksamkeit darauf.
Nach der Übungsphase und nachdem wir die Fertigkeiten beherrschen, ist die Regulierung nicht mehr nötig. Wir haben die wirkliche Regulierung erreicht, ohne zu regulieren.
Die Regulierung des Körpers wird in Chinesisch „Tiao Shen“ genannt.
Es bedeutet, den Körper solange anzugleichen bis er völlig bequem und entspannt ist. Das setzt voraus, dass unser Körper zentriert ist und sich in einer
ausgeglichenen Haltung befindet. Ist der Körper angespannt und in einer unbequemen Haltung, wird dies das Urteilskraft des “yi” und das Fließen unseres Qis beeinflussen. In der chinesischen medizinischen
Gesellschaft heißt es: „Wenn die Gestalt (d.h. die Körperhaltung) nicht korrekt ist, ist das Qi nicht harmonisch. Wenn das Qi nicht harmonisch ist, ist “yi” nicht friedvoll. Wenn “yi” nicht friedlich ist, ist das Qi gestört.“
Die Entspannung unseres Körpers kommt mit dem “yi”. Deshalb muss man vor der Regulierung des Körpers zuerst den
Geist (“yi”) regulieren.
Bevor wir das tun können, müssen wir unser ”xin” (den emotionalen Geist) regulieren. ”xin” ist der Hauptgrund, wenn unser “yi” Schwierigkeiten hat, ruhig und friedlich
zu sein. Wenn wir sowohl den emotionalen als auch den Weisheits-Geist reguliert haben und auch den Körper, heißt das „Sheng Xin Ping Heng“, was bedeutet „Körper und Herz (Geist) ausgeglichen.“
Der Körper und der Geist sind wechselseitig aufeinander bezogen. Ein entspannter und ausgeglichener Körper lenkt unsere Aufmerksamkeit nicht ab und lässt unser “yi” entspannen und sich konzentrieren.
Wenn unser “yi” in Frieden ist und die Dinge genauesten beurteilen kann, wird der Körper zentriert, ausgeglichen und entspannt sein.
*
|