
|
|
|
|
|
|
|
|

|
|


|
|



*
Kapitel 9, Regulierung des Atems (Tiao Xi)
aus Dr. Jang’s: Roots of Chinese Qigong, übersetzt von Kursteilnehmerin Marlies Jeismann
9-1 Atmen und Gesundheit
Unmittelbar nach der Geburt fingen wir an, uns auf die beiden Hauptquellen der Essenz zu verlassen, die unseren Körper mit dem Notwendigen
versorgen. Wenn diese beiden Essenzen, Nahrung und Luft, vom Körper aufgenommen werden, werden sie in Qi verwandelt. Das Qi, das aus der Nahrung gewonnen wird,heißt „Shi Qi“ (Nahrungs-Qi), das aus der Luft gewonnene Qi „Kong Qi“
(die Chinesen nennen Luft „Kong Qi“). Das Qi aus diesen beiden Quellen wird nachgeburtliches Qi oder Feuer-Qi genannt. Obwohl der Körper Feuer-Qi benötigt, kann dieses die Alterung unseres Körpers beschleunigen, wenn es von
schlechter Qualität ist. Um die Gesundheit zu erhalten und um ein langes Leben zu erlangen, müssen wir die Qualität dieser Quellen ernst nehmen. Das Bemühen um geeignete Nahrungsmittel und gute Luftqualität ist bis heute ein wichtiger
Teil der Qigong Übungen. In diesem Kapitel behandeln wir das Luft-Qi und den Nutzen, den wir von der Regulierung des Atems haben.
.....
9-2 Regulierung des Atems
Es ist wichtig zu lernen, den Atem so zu regulieren, dass wir genug Essenz aus der Luft gewinnen, damit das Luft-Qi den Körper nicht überreizt und ihn zu sehr zu mit Yang füllt. Wir müssen uns um die Qualität der Luft kümmern, die wir einatmen und die verschiedenen Atemmethoden kennen lernen, die für verschiedene Ziele eingesetzt werden. Im ersten Stadium der Regulierung unseres Atems wird er ruhig, gleichmäßig und friedvoll. Wenn wir diesen Punkt erreicht haben, ist der nächste Schritt, den Atem tief, knapp, lang und weich zu machen. Das ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Qigong Praxis.
Um den Atem ruhig, gleichmäßig und friedvoll zu machen, müssen wir zuerst unseren Geist regulieren. Wir haben gesehen, dass der Geist das Hauptschaltzentrum unseres gesamten Seins ist. Ist unser Geist nicht ausgeglichen und ruhig, sind unsere Emotionen aufgewühlt. Die Emotionen hängen eng mit unserem Atem zusammen. Wenn wir z.B. wütend oder aufgeregt sind, atmen wir stärker aus als ein. Wenn wir traurig sind, atmen wir stärker ein als aus. Wenn unser Geist friedvoll und ruhig ist, sind Ein- und Ausatmung in etwa gleich lang.
Deshalb müssen wir bei Qigong Atemübungen zuerst den emotionalen Geist regulieren. Dadurch können wir auch unseren Atem regulieren, der
wiederum es uns erlaubt, den Geist tiefer zu regulieren. Je ruhiger und tiefer der Geist ist, desto ruhiger und tiefer wird der Atem sein. Nachdem man lange Zeit geübt hat, ist der Atem voll und knapp und unser Geist ist sehr klar.
Es heißt: „ Xin Xi Xiang Yi“, das bedeutet „Herz (Geist) und Atem (sind) abhängig voneinander“. Wenn wir diesen meditativen Zustand erreichen, verlangsamt sich der Herzschlag und unser Geist ist sehr klar; wir haben die Sphäre
der wirklichen Meditation erreicht.
*
*
9-3 Die verschiedenen Methoden der Qigong Atmung
Aufgrund von Forschungen und Versuchen in den letzten 4000 Jahren wurden viele Methoden entwickelt, um den Atem zu regulieren. Jede Technik
hat ihre spezielle Theorie und ihr Ziel. Diese Techniken werden „Tiao Xi“ genannt, d.h. „den Atem regulieren“. Sie werden auch häufig „Tu Na“ genannt, d.h. „sich äußern und aufnehmen“. Die letztere Bezeichnung wird
insbesondere dann benutzt, wenn die Nase zum Einatmen und der Mund zum Ausatmen gebraucht wird. Weil es viele Stufen der Qigong Praxis gibt, werden die Methoden zur Regulierung des Atems nach ihrem Schwierigkeitsgrad, von der einfachsten
zur schwierigsten Methode klassifiziert. Im Folgenden nennen wir 13 Atemtechniken, die in Qigong Übungen verwendet werden.
01 Die Natürliche Atmung
Häufig setzen Qigong Anfänger sofort die fortgeschritteneren Methoden
ein. Die beste Methode zum Verständnis der tieferen Atemmethoden ist aber, mit der Regulierung bei der Atemmethode anzufangen, die wir jeden Tag benutzen.
Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass die natürliche Atmung ständig von Gedanken und Emotionen beeinflusst wird. Wenn wir z.B. angespannt oder aufgeregt sind, atmen wir schneller. Wenn wir uns traurig und niedergeschlagen fühlen, atmen wir langsamer. Die Dauer der Ein- und Ausatmung wird ebenfalls von den Emotionen beeinflusst. Sind wir glücklich, ist die Ausatmung länger als die Einatmung, aber wenn wir traurig sind, ist die Einatmung länger. Wir erkennen daran, dass wir die Atmung zwar schon immer reguliert haben, dies aber meist unbewusst geschieht.
Jeder atmet auf verschiedene Art und Weise. Kleinkinder und einige Erwachsene haben noch die Angewohnheit der Unterleibsatmung. In den mittleren Lebensjahren atmen die meisten Menschen mit dem Bauch, ältere Menschen atmen mit dem Brustkorb. Der Zweck ist dabei immer, Sauerstoff in die Lunge zu befördern und Kohlendioxid auszustoßen. Obwohl wir von Bauchatmung sprechen, geht die Luft in Wirklichkeit – oder sie sollte zumindest nicht – nicht tiefer. Wenn Luft in den Verdauungstrakt gelangt, verursacht sie Schmerz, deshalb sollte sie sofort ausgestoßen werden.
Die natürliche Atmung zu regulieren heißt, unser derzeitiges Atemmuster zu regulieren. Wir sollten während dieser Übung aber nicht bewusst unsere Atemgewohnheiten ändern, weil wir sonst das Yi auf die neue Methode richten würden und es somit von dem ablenken würden, was wir normalerweise tun und erfahren. Den natürlichen Atem zu regulieren heißt, den Geist zu konzentrieren, so dass wir unsere natürliche Art zu atmen verstehen und schließlich den Atem in ein entspannteres und harmonischeres Stadium führen.
Um den natürlichen Atem zu regulieren, müssen wir uns natürlich und angenehm fühlen, und der Geist muss sich von emotionalen Störungen freimachen. Dann lernen wir, die Muskeln zu fühlen, die sich auf das Atmen beziehen. Schließlich führt der Geist die Muskeln auf eine entspanntere Stufe und wir sind in der Lage, den Qi-Fluss zu fühlen oder zu spüren.
Die Haltung ist beliebig, solange wir uns angenehm und natürlich fühlen. Wir atmen durch die Nase. Wir kontrollieren den Atem nicht bewusst, sondern lenken einfach nur unsere Aufmerksamkeit darauf und fühlen ihn. Atmen wir sanft und leicht. Das Ziel dabei ist, dass der natürliche Atem folgendermaßen sein soll: 1) ruhig (Jing), 2) knapp (Xi), 3) tief (Shen) 4) ununterbrochen (You) und 5) gleichmäßig (Yun). Am Ende dieses Kapitels gehen wir auf diese Punkte ausführlicher ein. Nach einer Zeit erreichen wir das Stadium, in dem wir die Atmung ohne bewusste Anstrengung regulieren, dann tritt sie in ein neues Stadium ein. Am wichtigsten ist aber die Erfahrung, die wir machen, wenn wir die Technik der Regulierung des natürlichen Atems anwenden. Diese Erfahrung wird der Keim für das tiefere Verständnis, das wir brauchen, um den schwierigeren Atemtechniken auf den Grund zu gehen.
.....
*
*
9-4 Allgemeine Schlüssel zur Regulierung der normalen Atmung
Als Qigong Anfänger sollten wir mit der Regulierung der normalen Atmung anfangen und uns nicht um andere Qi regulierende Atemtechniken bemühen. Dies führt uns allmählich zur Qi Atmung.
Es gibt acht Schlüsselbegriffe für die Luftatmung, an die sich ein Qigong Übender bei den normalen Atemübungen erinnern sollte. Wenn wir dies einmal verstanden haben, werden wir die Zeit erheblich verkürzen, um unsere Qigong Ziele zu erreichen. Diese acht Schlüsselbegriffe sind:
Wir können ein einfaches Experiment durchführen. Atmen wir tief ein, so dass die Lungen vollständig gefüllt sind und halten wir die
Zeit fest, wie lange wir den Atem anhalten können. Versuchen wir dann, mit nur 70 % der Kapazität einzuatmen und schauen wir uns an, wie lange wir nun den Atem anhalten können. Wir werden feststellen, dass wir es mit der letzten Methode
viel länger können als mit der ersten. Das liegt einfach daran, dass die Lungen und die sie umgebenden Muskeln entspannt sind. Wenn sie entspannt sind, kann sich auch der Rest unseres Körpers und unseres Geistes entspannen, wodurch sich
die Notwendigkeit für Sauerstoff deutlich verringert. Deshalb ist es von höchster Wichtigkeit, die Lungen entspannt und ruhig zu halten, wenn wir den Atem regulieren.
Wir danken unserer Kursteilnehmerin Marlies Jeismann für die Übersetzungarbeit an
Dr, Yang, Jwing-Ming’s Werk
“The Roots of Chinese Qigong”
Kapitel Kapitel 9, Regulierung des Atems (Tiao Xi)
*
|
|
|
|

|
|
|
|
|
|
|
|


|
|
|
Qi-Gong zur Stärkung |
|
Qi-Gong zur Stärkung |
|
Qi-Gong zur Stärkung |
|
Qi-Gong zur Stärkung |
|
Qi-Gong zur Stärkung |
|
|
|
|

