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Verfolgt man die Traditionslinien der äußeren Kampfkünste bis zu ihren Quellen, so stößt man auf den Namen Boddhidharma, der aus Indien kam, mit dem Auftrag,
die Buddhistischen Lehren und die Meditation [ Ch’an = Zen ] in China zu verbreiten.
Neben der Meditation, so wird berichtet, soll Boddhidharma auch einige höchst wertvolle
Qigong- und Kampfkunstübungen nach China importiert haben, durch die die Mönche des Shaolin-Klosters außergewöhnliche Kräfte entwickeln konnten.
In der Shaolin-Schule finden wir also nicht nur die Wurzeln akrobatischer Kung Fu-Techniken, sondern auch die Wurzeln einer intensiven geistig-spirituellen Schulung, die insbesondere in Japan
unter dem Namen Zen Verbreitung gefunden hat.
Boddhidharma, chin. Pútídámó, jap. Bodai-Daruma, gilt als erster Patriarch des Zen,
der „Schule des Erwachten Geistes“ die auch das „Tor der Quelle“ genannt wird.

In einem Essay „Über die Haltung“, welcher dem Zen-Meister Dogen zugeschrieben wird, heißt es:
“Auch wenn Du Dich an einem hochgelegenen Ort befindest, solltest Du nicht vergessen, daß Du fallen könntest.
Auch wenn Du sicher bist, vergiß die Gefahr nicht. Auch wenn Du heute lebst, geh nicht davon aus, daß Du auch morgen leben wirst.
Der Geist hat keine festen Merkmale;
je nach den Umständen kann er sich als alles Mögliche entpuppen
Selbst wenn es Schmerzen und Einsamkeit bedeutet: Umgib Dich nur mit würdigen Gefährten.
Denke erst garnicht daran, Zen zu studieren, um in den Genuß eines Vorteils zu kommen, weil Du Zen studierst.
Jeder hat große Fehler, und Stolz ist der größte Fehler.
Stecke lieber eine Niederlage in der Gegenwart von Erleuchteten ein, als daß Du einen Sieg über Ignoranten davonträgst.
Wenn Deine innere Haltung, nach Ehre und Vorteil zu suchen,
nicht irgendwann abstirbt, dann wirst Du Dein ganzes Leben lang leiden.
Als Student des Weges muß jeder sein eigenes Selbst prüfen. Sich selbst prüfen bedeutet, darüber nachzudenken,
wir Du Dich körperlich, psychisch und geistig weiter vervollkomnen kannst.
Ist das Herz nicht leer, wird es keine wahren Worte zulassen können.”
Dogen - Worte eines Zen-Meisters

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Die Entwicklung geistiger und moralischer Qualitäten wie Geduld, Ausdauer, Mut, Selbstdisziplin,
Selbstvertrauen und Bescheidenheit gehören ebenso zum Training eines Kampfkünstlers und dienen zur Stärkung des Geistes, wie das Üben von Atem- und Bewegungstechniken zur Stärkung des Körpers beitragen.
Das Kung-Fu ist ein ganzheitlicher Schulungsweg zur Entwicklung von Körper, Geist und Seele. Wir verbessern durch unsere Übungen unsere körperlicher Fitness wie Beweglichkeit,
Geschicklichkeit und Koordination, entwickeln Kondition, Kraft und Ausdauer. Wir erwerben eine Menge an geistig-psychischen Fähigkeiten wir Disziplin, Konzentration,
Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen, und gewinnen sogenannte „soziale Kompetenzen“ wie Achtsamkeit, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, Konflikte mit friedlichen Mitteln zu überwinden.
Als Schule der Persönlichkeit betrachtet ist das Training der Kampfkunst ein wertvolles und nützliches Medium, um ein harmonisches und mit Sinn erfülltes Leben zu führen.
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