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Hsing-I Ch’uan, Theorie und Praxis
Eine aus 10 Lehrsätzen bestehende Abhandlung über das Xingyiquan [Hsing-I Ch’uan] wird dem General Yue Fei zugeschrieben.
- Ob diese Abhandlung wirklich aus der Feder des berĂĽhmten General stammt, kann nicht sicher nachgewiesen werden.
Wichtige Schriften legendären oder mythischen Persönlichkeiten zuzuschreiben ist in der chinesischen Welt ein übliches Verfahren, um den Aussagen der Schriften mehr Gewicht zu verleihen -
In diesem Werk werden die Grundprinzipien der Theorie und Praxis der Hsing-I aus den Grundlagen der tradierten philosophischen Modelle und Konzepte des Chinesischen Denkens abgeleitet.
Hsing-I und die Chinesische Philosophie [02]

Im zweiten Lehrsatz „Xin Yang Lun“, (Lehrsatz der Gesetzmäßigkeiten und Regeln der Nutzung von Yin und Yang) heißt es:
Die zwei Pole (nämlich Yang und Yin) wurzeln im Einen Chi; diese sind Himmel und Erde. Himmel und Erde sind Yang und Yin: Nur Yang – Kein Leben, nur Yin – kein Wachstum;
kommen Yang und Yin zusammen, werden die Abermillionen Lebensformen geboren; das ist das Naturgesetz von Himmel und Erde. Der menschliche Körper ist gleichfalls ein Himmel-Erde-System.
Von den Bewegungen der vier Gliedmaßen und hundert Knochen wird jede Handlung durch Yang und Yin bedingt. Arbeiten Yang und Yin harmonisch, so wird der Körper stark und die Bewegungen sind geschmeidig.
Sind Yin und Yang aus der Art geschlagen, wird der Körper schwach und die Bewegungen verlieren ihre natürliche Ordnung.
Yin und Yang werden aus dem „Frühhimmlichen Einen Chi“ geboren.
Um das dem „Frühhimmlichen Wahre Einheits-Chi“ zu bewahren, zu schützen und zum Wachstum zu bringen, ist es essenziell, an der harmonischen Regulation von Yin und Yang zu arbeiten.
Willst Du zur Essenz der Hsing-I Praxis durchdringen, muĂźt Du ĂĽber die beiden Pole Yin und Yang Bescheid wissen. Der Himmel heiĂźt Kien, die Erde heiĂźt Kun.
Alle Körperteile können in Yin-Yang identifiziert und klassifiziert werden. Wenn Du alle Aspekte von Yang und Yin begreifst und zu koordinieren weißt, das heißt,
sie verstehst und in Harmonie bringst, dann hast Du das Yin-Yang des Hsing-I erfasst:
die Schultern sind Yang, die HĂĽfte ist Yin; sind sie miteinander verknĂĽpft, dann sind Yang und Yin verbunden.
Die Ellenbogen sind Yang, die Knie sind Yin; sie müssen verknüpft werden, dann sind Yin und Yang verbunden. Die Hände sind Yang, die Füsse sind Yin; sie müssen verknüpft werden, dann sind Yin und Yang verbunden.
Ausdehnen ist Yang, Zurückweichen ist Yin; sich Aufwärts bewegen ist Yang, Fallen ist Yin. Ist Dein Ausdehnen und Zurückweichen natürlich, Deine Aufwärts- und Abwärtsbewegungen aufeinander abgestimmt,
dann bist Du flexibel und harmonisierst mit Yin und Yang.
DarĂĽber hinaus gibt es das Yang im Yin und das Yin im Yang. Aus dem extremen Yang wird Yin geboren,
im extremen Yin entwickelt sich das Yang. Sich wechselseitig beeinflussend, stehen sie im Austausch, und es können Situationen und Varianten, die man nur schwer berechnen kann.
Du muĂźt lernen ihre Grundlagen klar zu unterscheiden und ihre Bedeutung zu verstehen.
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In einem anderen Werk über die Grundlagen des Hsing-I Ch’uan berichtet
“Der Vers über das Taiji des Xingyi”:
“Das Wuji, die Mutter bringt Yin und Yang hervor. Die Bewegung bringt die Teilung [Trennung], in Ruhe ist alles vereint.
Die zwei Pole [Yin und Yang] unterstützen einander. Darin sind die drei Kräfte [„San-Ti“], und die vier Phasen enthalten, und auch der Meister der fünf Elemente,
der sechs Verknüpfungen [“Liu He”] und der sieben Sterne.“
Werden Yin und Yang unterschieden, dann sind die beiden Pole klar. Alle Variationen und Techniken wurzeln in der Koordination von Yin und Yang.
Die drei Kräfte [Himmel-Erde-Mensch] sind Kopf, Hand und Fuß. Die vier Phasen, die aus den zwei Polen entstehen sind: die Bewegungen des Körpers, die Hand-Techniken, die Fuß-Techniken und die Schritt-Strategie.
Die fünf Elemente sind die fünf Techniken des Hsing-I: Pi Chuan, Beng Chuan, Pao Chuan, Chang Chuan und Heng Chuan. Die sechs Verknüpfungen [„Liu He“] sind die sechs Körper-Geist-Kombinationen,
Die sieben Sterne sind: Kopf, Schultern, Ellenbogen, Hände, Hüften, Knie und die Füße.
: an weiteren Texten wird gearbeitet :
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