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Meister Liu I-Ming’s Kommentar zum „Klassiker über den Zusammenfluss des Yin“
(3.01) Der Blinde hört gut, der Taube sieht gut.
Entferne eine Quelle des Nutzbringenden, und es ist zehnmal besser, als wenn Du Armeen mobilisierst. Richte Deinen Blick dreimal bei Tag und bei Nacht nach innen,
und dies ist zehntausendmal besser, als wenn Du die Armeen mobilisierst,

Der Blinde hört gut, was nicht so leicht zu hören ist, weil sein Augen nichts sehen und sein Geist in seinen Ohren wohnt, daher kann er klar hören. Der Taube kann gut sehen, was nicht so leicht sichtbar ist,
weil seine Ohren nichts hören und seine Energie in seinen Augen wirkt, also ist sein Sehen klar. Die also, die dieses begriffen haben, erkunden, dass wenn die Augen geschlossen sind,
das Hören sich schärft, und wenn die Ohren geschlossen sind, die Augen klar werden. Wie viel mehr noch, wenn Du Deine ursprüngliche Energie unterwirfst,
Deine Kunstgriffe aufgibst und das Wahre kultivierst, Deine Wahrhaftigkeit bewahrst und Dich von Falschheit löst; tu dies, und ohne Zweifel wirst Du Langlebigkeit erreichen.
In der Schrift über die Reinheit und Klarheit heißt es: „Der Grund, warum die Leute das Dao nicht erreichen ist der, dass sie ein fehlgeleitetes Bewusstsein haben.
Da ihr Bewusstsein fehlgeleitet ist, stört dies ihren Geist, und ihr Geist klammert sich an die Dinge. Einmal den Dingen verhaftet kommen sie ihren begehrlichen Sehnsüchten nach,
und diese begehrlichen Sehnsüchte werden zu Plagen. Wenn die Plagen und wirren Einbildungen Körper und Geist quälen, sind die Leute besudelt und geschädigt; sie schwimmen in den Wellen von Geburt und Tod,
sinken abwärts in das Meer des Leidens, haben das wahre Tao für immer verloren.“ Irreleitende Einbildungen, welche zu begehrlichen Sehnsüchten führen, sind das,
was der Klassiker von der Zusammenkunft des Yin „eine Quelle des Nutznießens“ nennt. Wenn die Leute sich dieser einen Quelle entledigen können, dann ist alles leer,
und alle Grübelei / Kummer findet ein Ende; dies ist zehnmal besser als alle Übungen, welches mit „dem Mobilisieren der Armeen“ gemeint ist.
Und wenn Du über Dein Selbst reflektieren kannst, ohne Unterlass, erreichen und bewahren kannst, was wahrhaft ist und überwindest, das was falsch ist, arbeitest Du bei Tag und übst Du das Betrachten in der Nacht,
bist Du sorgsam ohne Nachlässigkeiten, direkt zurückkehrend zum Zustand des höchsten Guten, was frei von Üblen ist, dann ist dies zehntausendmal besser, als „die Armee ... der Übungen .... zu mobilisieren“.
Der Grund hierfür ist, dass die Wirkung der Armee nur das Gesicht ändert aber nicht das Herz. Sie kann den Leuten Gesetze und Regeln geben,
doch sie gibt ihnen keine Fähigkeiten. Wenn Du Deine Gier nach Gewinn abschneidest, über Dein Selbst reflektierst, Dein Bewusstsein ausrichtest,
dann tust Du Deine Arbeit, und hast Acht auf das, was Du nicht wahrnimmst, wie kann die Macht der Armee dies je erreichen ? Ein Weiser sagt: „Wenn Du einen Tag Dein Selbst meistern kannst
und zu ausgewogenem Verhalten zurückfinden kannst, kehrt die ganze Welt zur Menschlichkeit zurück.“ Denkst Du, das Menschlichkeit von Dir selbst oder von den anderen abhängt ?
Dies ist wirklich der eigentliche Punkt in diesem Abschnitt.

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Danke für Ihr Interesse
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