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Wushu und Bushido sind die chinesischen bzw. japanischen Bezeichnungen fĂĽr die KampfkĂĽnste. FĂĽr einen westlichen Menschen ist damit scheinbar alles gesagt.
Westlicher Sprachgebrauch behindert uns in dieser Form, das Wesen von Dingen zu begreifen, wenn wir vordergrĂĽndig an den Worten haften.
Anders, tiefgründiger zeigt die Beschäftigung mit östlichen oder auch antiken Schriftformen, wie etwa in der Kalligraphie, welche Kraft in einem einzelnen Begriff enthalten sein kann-
Hier finden wir durch die Nähe der Schriftzeichen zu ursprünglichen Bildern durch eine meditative, tiefere Betrachtung auch einen tieferen Zugang zu dem Wesen dessen,
was ein Zeichen auszudrücken vermag, wenn wir uns darauf einlassen können.
In unserem Schriftzeichen für Wu-Shu in der Art der “Kleinen Siegelschrift” lesen wir:
unten rechts ein Bündel mit zusammengebundenen Hölzer, das Zeichen für fesseln, zügeln und binden.
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Im Bild unten links erkennen wir das Zeichen “wu”, zwei Menschen [Schamanen, Magier],
die mit der “Himmels-Säule” beschäftigt sind, dargestellt durch einen Stamm, der die obere und untere Welt verbindet.

“wu”
Dieses Bild von Magiern bzw. Schamanen finden wir auch in dem Schriftzeichen “Ling”, welches für die Wirkungskraft des Geistes “Shen” steht.

“ling
Oben sieht man das Zeichen für einen Fuß, der in der Bewegung innehält und das Bild einer Waffe darüber: eine
Hellebarde oder Lanze.
Zusammengefaßt beschreiben die Kalligraphien: “einen, der die Lanze aufhält” und beschreibt damit den Krieger, der die Kontrolle über die Waffe hat.
Aus der Sicht des Weges gibt das Zeichen auch eine starke Aussage ĂĽber das Wesen, das Ziel wie die Praxis der Kampfkunst. Es sagt, daĂź das Ziel der Kampfkunst nicht das siegen ĂĽber unsere Feinde ist,
sondern daĂź die AusĂĽbung der KampfkĂĽnste ursprĂĽnglich ein Weg ist, um uns Selbst zu bezwingen. Deutlich lesen wir dies u.a. auch beim alten Meister Lao-Tze (33) :
“Wer andere kennt, ist klug, wer sich selbst kennt, ist erleuchtet [“ming”]. Wer andere besiegt, hat Kraft [“li”], wer sich selbst besiegt, erhält Macht [“ling”]”.
Die Macht ĂĽber die eigenen Waffen und die Waffen des Anderen zu erhalten durch die AusĂĽbung von Kampftechniken, Meditation und Energiearbeit ( Qi-Gong ) ist
eingebunden in das Konzept vom Weg des Kriegers als einen Weg mit Herz zur Vervollkommnung unserer Selbst.
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“té”
Somit zielt ein Weg mit Herz immer auf den Frieden,
das Erhalten von Frieden im Äußeren wie auch die Pflege unserer inneren Harmonie. Die Meister des Bogenschießens z.B. raten ihren Schülern, auf ihr eigenes Herz zu zielen:
“Das wahre Ziel des Bogenschützen soll sein eigenes Herz sein.” (Kokoro - Das höchste Ziel des Kyudo, des japanischen Bogenschießens).
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch,
daĂź sich die groĂźen Meister der KampfkĂĽnste mit den KĂĽnsten befaĂźt haben. Die AusĂĽbung der Kalligraphie, der Musik, der Malerei,
dem Blumen-Stecken und das Studium der HeilkĂĽnste, wie der Akupunktur auf den Grundlagen der kosmologischen Lehren von Yin und Yang, den 5 Elementen, fĂĽhrt als meditative Ăśbung zur Erkenntnis von Welt,
Natur und zum Verständnis für das innere Wesen unserer Selbst, dem Kern unseres Ichs.
Cheng Man ch’ing, der große Meister der klassischen inneren Kampfkunst des Tai-Chi galt als ein Meister der sieben Künste. Eine seiner Aussagen möchten wir hier zitieren:
“Wenn Herz und Pinsel in Übereinstimmung sind, dann wird unser tiefstes Wesen offenbart, selbst wenn wir nur ein Kreuz zu Papier bringen; denn wie könnte “der wahre Mensch” sich verbergen ?”
Cheng Man ch’ing: “Dreizehn Kapitel zum T’ai Chi Ch’uan” - das Wissen des Meisters -
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